Michaeli-Kita

Arbeitsgemeinschaft mit dem Ingenieurbüro Harald Fuchshuber

Umfang   Neubau einer Kindertagesstätte mit vier Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen 
Ort   Neuötting
Leistung   Architektur, Innenarchitektur, alle Leistungsphasen
Status   gebaut
Fertigstellung   Januar 2026
Bauherr   Stadt Neuötting
Größe   2.200qm BGF
Fotos   Sebastian Schels, München

Der Übergang von Altötting nach Neuötting ist fließend, fast nicht erkennbar. Und doch sind es zwei sehr unterschiedliche Nachbarstädte. Der eine Ort ist geprägt durch den berühmten Kapellplatz, der andere durch seinen wunderschönen Stadtplatz mit den historischen, giebelständigen Stadthäusern. Nun steht ein neuer Stadtbaustein in der Grauzone dazwischen. Es zeigt sich an diesem Übergang weithin sichtbar eine Fassade, die etwas ungewohnt, aber spannend ist und neugierig macht. Keine anonyme Architektur, sondern eine städtebauliche Aussage, ein markantes Bild, wie ein neues Tor nach Neuötting. Die eigentliche Größe des Gebäudes ist nicht sofort erkennbar, wenn man darauf zufährt. Man muss erst von der Hauptstraße abbiegen, um die neue giebelständige Fassade mit den fünf Dächern wahr zu nehmen. Eine Anspielung auf den Stadtplatz, nicht vordergründig, sondern eher subtil. Auch weil das Gebäude aus Holz und nicht aus verputztem Ziegel besteht. Es verleiht ihm einen leichteren, vielleicht sogar temporären Charakter. Und auf dem Lageplan kann man erkennen, dass erst die spezielle Drehung des langen Baukörpers auf dem Grundstück, den überraschenden Dialog mit der Stadt erzeugt. Nachhaltigkeit entsteht bei der Michaeli-Kita nicht nur durch die überwiegende Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz, regenerativer Energieerzeugung wie Fernwärme oder Photovoltaik, einfache Fügung ökologischer Baustoffe oder die kompakte, zweigeschossige Bauweise. Vielmehr durch Identifikation.